Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Volkslauf-Pioniere als „Revoluzzer und Feindbilder“ der Leichtathletik-Funktionäre
Wie beschrieben spielte sich die klassische Leichtathletik vor der Volkslaufwelle bei hohem Leistungsniveau weitgehend in den Stadien ab. Die Verbände mit ihren Funktionären hatten hier das Sagen. Das änderte sich drastisch mit dem Aufblühen der Volksläufe.
Leute jeden Alters begannen nun in großer Zahl zu laufen. Aktive, zumeist junge Organisatoren aus den Vereinen, profilierten sich als Volkslauf-Veranstalter. Von gewaltiger Anfangseuphorie getragen scherten sie sich manchmal recht wenig um die „verkrusteten Strukturen“ der klassischen Leichtathletik und rasselten dann mit deren Funktionsträgern zusammen, welche der neuen Laufbegeisterung häufig hemmend im Wege standen.
Sie brachten Unruhe und Empörung in die Büros der Fachverbände und erregten dabei allzu oft den „heiligen Zorn“ der bisher von autoritärem Geist geprägten Leichtathletik-Funktionäre.
Immo Herden in Lippe, Hubert Wolf im Höxterschen, Eckardt Kleinetebbe in Steinhagen sowie Friedhelm Boschulte im Ravensberger Land, sind nur einige der Namen, die man aus der Pionierzeit der ostwestfälischen Volksläufe als die heimlichen „Feindbilder der Funktionäre“ nennen kann.
Doch ehrlich gesagt: Ohne sie, ihre Ideen, ihren Mut und ihren Kampfgeist wäre damals in Ostwestfalen längst nicht so viel gelaufen.