Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Helmut, steh auf, der Alte kommt!
Sie hatten es ganz gewiss nicht leicht, die vom laufbegeisterten Chef zum Volksmarsch „zwangsverpflichteten“ Führungsbeamten der Bielefelder Polizei. Waren sie doch gerade froh, aus dem stressigen Außendienst herausgekommen zu sein und einen bequemen Bürosessel ergattert zu haben, da jagte dieser laufverrückte „Alte“ sieum denLeopoldstalerKnieberg herum.
Bei einem der Vorbereitungstrainings zum Volksmarsch fiel ein etwas beleibter Kommissar erschöpft in eine Pfütze hinterm Knieberg.
Als er mit hörbar weinerlicher Stimme seinen Kollegen zurief:
„Lasst mich hier liegen, ich gebe auf !“ kontertendiese, als sie von hinten den Chef herankommen sahen, erbarmungslos:
„Helmut, steh auf, der Alte kommt!“
Und Helmut stand heldenhaft wieder auf, schleppte sich bis ins Ziel…, und er schaffte später auch den Leopoldstaler Volksmarsch.
Die guten Beziehungen, welche die lippischen Läufer seit Jahren zu den in Detmold stationierten britischen Stationierungsstreitkräften pflegten, waren ursächlich dafür, dass sich die Briten als die Ersten mit mehreren Teams für den Leopoldstaler Volksmarsch anmeldeten.
Die Volksmarschinitiatoren ließen die Sammelmeldung der Briten mit gewisser List der Augustdorfer Bundeswehrkaserne zukommen. Natürlich zog die Bundeswehr sofort nach und meldete ebenfalls mehrere Teams.
„Das wollen wir doch mal sehen“
meinte darauf der sportbegeisterte Leiter der Bielefelder Schutzpolizei Wilfried Höfling. „Wir stellen eine Mannschaft aus Kommissaren“. Ob sie wollten oder nicht, sieben Kommissare der Bielefelder Polizeidirektion wurden für den Volksmarsch angemeldet und sahen sich schon bald darauf zu einem Vorbereitungstraining vom Leopoldstaler Sportplatz aus den langen Hang am Buchenberg hochhasten…, und Wilfried Höfling natürlich – mit Argusaugen seine Schützlinge beobachtend – voll mit von der Partie.
Spitzengeher und „Erstlinge“
Auch „Profis vom Fach“, die damals bekannten Geher aus Paderborn und Salzgitter meldeten sich an. Die Zahl der Volksmarschteilnehmer wuchs und wuchs… über die vierhundert und fünfhundert hinaus. Der Volksmarsch, ursprünglich als Anhängsel zum Frühjahrswaldlauf gedacht, wurde zum Mittelpunkt und Hauptgesprächsthema in und um Leopoldstal.
Eine Torte vom Sponsor
Sponsoren mit Preisen für die Siegerehrung kündigten sich an. Der Sandebecker Bäckermeister Seidensticker kreierte eigens für ein erfolgreiches Uniformiertenteam eine herrliche Torte. Das große Spektakel konnte beginnen.