Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Riesige Teilnehmerzahlen bei Firmenläufen
Die ersten Firmenläufe entstanden bereits zum Ende der siebziger Jahren in den USA. Unter dem Namen J.P. Morgan Corporate Challenge wurden in New York Mannschaftsläufe für Firmenmitglieder ausgetragen, die zwar einen Wertungsmodus durch Zeitaddition der vier Mannschaftsmitglieder hatten, aber dennoch weitgehend breitensportlichen Charakters waren. Man hatte dabei eine Streckenlänge von fünf Kilometern gewählt, damit jeder den Lauf ohne spezielles Training schaffen konnte. Der Grundgedanke galt primär dem Teamgeist innerhalb der Firma. Die Firmenläufe kamen in den USA sehr gut an, was rasch ansteigende Teilnehmerzahlen eindrucksvoll bezeugten. Dennoch dauerte es bis zur Jahrhundertwende, ehe die Idee der Firmenläufe nach Europa hinüber schwappte, wobei die Teilnehmerzahlen gleich auf Anhieb nicht minder aufsehenerregend als in denn USA in die Höhe schnellten. Kein Wunder also, dass sich die Firmenläufe sehr bald auch in der deutschen Volkslaufszene etablierten, Dabei passten sie sich weitgehend den Regularien im deutschen Volkssport an. So auch in Ostwestfalen. Der Mannschaftsgedanke blieb nicht mehr der alleinige Kernpunkt eines Firmenlaufes; man ließ neben den Teams auch Einzelläufer zu. Auch vereinsgebundene Läufer, Schulsportler oder Teams aus Kunden von Sportgeschäften konnten sich in die Starterfelder der Firmenläufe einreihen. Ferner schuf man bei manchen Firmenläufen als „Light – Version“ noch eine Kurzstrecke von 2,5 km. Manchmal wurden Firmenläufe in bestehende Volkslaufserien eingegliedert wie beispielweise der Gütersloher Firmenlauf in die von der rb sports&eventmarketing Robert Becker veranstaltete Sparkassen Nightcup-Serie. (siehe Kapitel „Die Nightcup-Laufserie“) Alle diese auf den Volkslauf in Deutschland und speziell auf dessen ostwestfälische Szene ausgerichteten Angleichungen haben es mit sich gebracht, dass die Firmenläufe einen rasanten Aufstieg erfuhren, dessen endgültige Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist. Das dürfte vor allem für die sachgerechte Eingliederung der Firmenläufe in die Regularien der klassischen Leichtathletik gelten.