Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Suche nach neuen Ideen
Bevor der Volkslaufgedanke damals als geeignete Saat auf guten Boden fiel, waren die laufsportlichen Voraussetzungen – trotz der vorgenannten Rezessionen – dennoch recht günstig.
Es gab im Land damals eine solide Läuferszene, die zumeist in größeren Vereinen beheimatet war. In Ostwestfalen fand sich diese vor allem in Bielefeld, Paderborn, Detmold, Lage, Gütersloh und Minden. Zu diesen Vereinen stießen zum gemeinsamen Lauftraining manchmal Leute aus umliegenden kleineren Vereinen, ohne dabei die eigene Zugehörigkeit zum kleineren Dorfclub aufzugeben. Man blieb in den Stammvereinen, konkurrierte im Wettkampf hart gegeneinander, aber harmonierte im gemeinsamen Training. Das erst später einsetzende Zentralisieren durch Gruppierungen von Leichtathleten aus mehreren Vereinen in LG‘s erwies sich meistens nicht als so erfolgreich wie erhofft.
Landschaftsläufe im vereinsübergreifenden Team
So kam es schon damals im Laufsport zu Trainingspraktiken, die bis heute erfolgreich wie gleichsam beispielgebend für guten Laufsport angesehen werden: Die gemeinsamen Landschaftsläufe. So berichtete im Frühjahr 64 die Lippische Presse über eine vereinsübergreifende Trainingsgruppe, bestehend aus den Läufern Harald Meierjohann (SpVg Diestelbruch, Horst Böke (TSV Leopoldstal, Axel Firnhaber (Post-SV Detmold) sowie Werner Runte und Peter Gehrmann (PSV Detmold), die sich an Wochenenden zu gemeinsamen langen Läufen durch den Teutoburger Wald zusammenfanden.
Was die organisatorische Seite der Leichtathletik betraf so waren die damaligen lokalen Funktionsträger – dem Zeitgeist gemäß – zwar Respektpersonen, die man keinesfalls mit „Du“ ansprach. Sie waren aber präsent, wenn es auf den Sportplätzen „rund ging“. Man konnte mit ihnen „von Mann zu Mann“ reden, und das war wichtig.