Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
Der skandalöse Bergab-Marathon
Erklärtes Ziel eines jeden Marathon-Veranstalters ist es, eine möglichst schnelle Strecke anzubieten, ohne dabei die Regeln zu verletzen. Dass war früher schon so und ist es (gottlob!) auch heute noch. Doch damals hatten die Regeln noch Lücken. So hatte eine Marathondistanz zwar schon exakt 42,195 km lang sein müssen, doch nirgendwo stand im Regelbuch, dass zwischen Start und Ziel nur eine limitierte Höhendifferenz sein durfte.
Das brachte zwei der o. g. „Revoluzzer“ auf einen kühnen Gedanken, der schon bald die Herzen der damaligen Marathonis freudig hüpfen ließ: Sie suchten und fanden eine Marathonstecke, die an der Mordkuhle in Hiddesen begann und weitgehend bergab über eine gerade neu erbaute Militärstraße mit herrlich griffigem Asphalt bis ins Inselbadstadion Paderborn führte. Exakt 41,195 km, aber das Ziel lag 144 Höhenmeter tiefer als der Start. Der Lauf wurde ein Riesenerfolg für alle Finisher, denn alle liefen Bombenzeiten. Sieger in 2:20,2 Std. wurde ein kaum bekannter Oldie, ein Volksläufer aus Duisburg. Die Leichtathletik, speziell die Marathon-Fachwelt, heulte entrüstet auf: Ein Skandal!!! Blitzschnell wurde eine Regel geschaffen, wieviel Höhenmeter zwischen Start und Ziel liegen dürfen.