Teil II: Beginn und Aufstieg der Volksläufe
„Nächte“ der Bestzeiten und Rekorde
Während die Volksläufe sich allerorts unveränderter Beliebtheit erfreuen, jedoch die Kreismeisterschaften in der Leichtathletik immer spärlicher besucht und entsprechend unattraktiver werden, bahnt sich bei den Mittel- und Langstreckenläufern eine interessante gedankliche Wende an: Man will sich zunehmend mehr in seiner persönlichen Leistungsentwicklung bestätigt wissen. Engagierte Läuferinnen und Läufer wollen – ähnlich wie es die Golfer mit ihrem das „Handicap“ praktizieren – ihre persönliche Bestzeiten auf ihren Lieblingsstrecken erfahren. Außerhalb der klassischen Straßenlaufstrecken Halbmarathon und Marathon begibt man sich bei den kürzeren Distanzen im Training wie auch im Wettkampf zunehmend wieder auf die Stadionbahn. Das vor Jahren noch als unattraktives Rundendrehen angesehene Bahntraining erlebt eine interessante Renaissance. Man beginnt vermehrt zu schätzen, dass Bahnlauftraining zu besonderem Zeitgefühl und zu leistungsfördernden Steherqualitäten erzieht. Auch gibt die Laufbahn dem engagierten Trainer mehr Einflussmöglichkeiten auf seinen Schützling.
So tummeln sich auch auf ostwestfälischen Laufbahnen an den Trainingsabenden zunehmend muntere Laufrudel. Und auch im Wettkampfgeschehen entwickelt sich Neues auf der Stadionbahn.
Nachdem die Leichtathleten des LC Solbad als erste in OWL bei einem speziellen Bahnevent mit leistungsangepassten Starterfeldern gute Erfahrungen machten, (siehe Kapitel „Bahnlauf-Event im Ravensberger Stadion“) entstanden auch in Bielefeld, Paderborn, Wiedenbrück und Schloß Holte Stukenbrock solche oder ähnlich organisierte Bahnlauf-Veranstaltungen. Bisher gelten dabei die 3000- und 5000 Meter als Favoriten, aber auch die Mittelstrecken 800- und 1500 Meter sowie die Englische Meile gewinnen bei den Volksläufern zunehmend an Prestige.
So werden in der nachfolgenden Auflistung der ostwestfälischen Volksläufe auch die speziellen Bahnlaufevents mit leistungsangepassten Starterfeldern berücksichtigt, sofern deren Teilnehmerzahlen und Teilnehmerniveau dem der ostwestfälischen Volksläufe gleich – oder nahekommt.