Teil I
Hohes Niveau bei schmaler Spitze
Das Lauftraining in den damaligen Leichtathletikvereinen orientierte sich überwiegend an der intensiven Intervallmethode. Grundlagentraining durch lange Dauerläufe gab es gemäß der damaligen deutschen LA-Trainingslehre noch nicht. Solches praktizierten zuerst die Skandinavier mit ihrem Fartlek-Training, ehe der neuseeländische Trainer Arthur Lydiard mit seinen Long Jogs genannten Basisläufen die Trainingslehre revolutionierte. Der deutsche Laufpapst Dr. Ernst van Aaken musste mit seiner reinen Ausdauermethode allzu lange gegen Windmühlenflügel ankämpfen, ehe man ihn anerkannte.
In ostwestfälischen Vereinen wurde damals – so wie überall im Land – sehr hart (manchmal zu hart) trainiert und überwiegend auf Tempo geknüppelt, wodurch man relativ schnell eine recht hohe, jedoch ziemlich instabile Form erreichte. So kam es, dass die läuferische Spitze in der Region bei rel. hohem Niveau ziemlich schmal blieb. Aber sie enteilte zunehmend der allgemein sportlichen Basis, die damals weitgehend aus Fußballern, Handballern und Turnern bestand.
Wer beispielsweise als nicht speziell trainierter Langstreckler bei den Kreismeisterschaften in der offenen Laufklasse antrat, der wurde – selbst wenn er recht talentiert war – meistens chancenlos abgelattet.